Schönes Gruppenfoto reicht nicht für Naturschutz

Der Bauhof hat im Ortszentrum Niederkassel eine kleine Grünanlage angelegt. Ein Teil der Fläche wurde mit Wildblumen bepflanzt, um nützliche Insekten zu schützen. Das loben die Sozialdemokraten ausdrücklich, so. SPD-Bürgermeisterkandidat Matthias Großgarten. „Wir danken den Mitarbeitern des Bauhofes, dass sie die im letzten Jahr erfolgte Forderung der SPD nach mehr Wildblumenwiesen umgesetzt haben“.

„Allerdings muss die Stadtspitze erklären, warum publikumswirksam ca. 100 m² Wildblumenwiesen im Ortszentrum neu angelegt, aber gleichzeitig mehrere 1000 m² existierende Wildblumenwiesen am Deich alljährlich ohne Not vernichtet werden?“, so Dr. Rolf Meißner, Biologe und sachkundiger Bürger im Umweltausschuss.

Im Juni 2017 stimmt die Untere Naturschutzbehörde mit der für den Deichschutz zuständigen Bezirksregierung Köln und der Stadt Niederkassel neue Regelungen zur Deichpflege ab. Kernpunkte waren:  Der erste Schnitt sollte früher im Jahr erfolgen und mindestens 15 % der Fläche sollten nicht gemäht werden (sog. Staffelmahd mit Mahdinseln). In diesen Mahdinseln können Insekten Nahrung und Unterschlupf finden, während andere Bereiche gemäht werden. Damit wurden ausdrücklich sowohl die Belange von Deich- wie auch Naturschutz berücksichtigt. Auf Kölner Stadtgebiet wird es heute so gehandhabt. Im Sommer 2017 widersprach die Stadt Niederkassel telefonisch der geplanten Regelung, eine Begründung steht bis heute aus.

2020 wurde auf den Deichen im Langeler Bogen – auf Niederkasseler-Seite – ein kompletter Kahlschlag vollzogen. „Für den Naturschutz ist der neue grüne Ortskern nicht mehr als ein Fotomotiv, wenn gleichzeitig ein kompletter Kahlschlag am Deich gemacht wird“, so Großgarten abschließend.

Keine Kommentare vorhanden

Machen Sie bei der Konversation mit.

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.