Stadtbahn statt Autobahn 

Die Niederkasseler Sozialdemokraten lehnen den Autobahnbau ab. Stadtbahn statt Autobahn ist das Fazit der fraktionsinternen Beratungen und Diskussionen. Auch wenn das Projekt ‚Rheinquerung’ Fahrt aufgenommen hat und konkrete Planungen zügig voranschreiten, so SPD-Fraktionschef Friedrich Reusch, scheint sich Im Verfahren zur Rheinquerung herauszustellen, dass es keine gemeinsame Lösung einer Rheinbrücke mit Trasse für Güterverkehr, Stadtbahn, Radweg, Fußgängerweg und einer vierspurigen Autobahn geben wird. Die unterschiedlichen Zuständigkeiten und Anforderungen an Verläufe von Straße und Schiene, so Reusch, machen dies im Niederkasseler-Raum offensichtlich unmöglich.

Der Nutzen einer Stadtbahn ist belegt. SPD-Vorsitzender Matthias Großgarten rechnet vor: In einer Stadtbahn finden etwa 350 Personen Platz. Damit könnten mit nur einem Zug 240 PKWs ersetzt werden. So könnten stündlich bis zu 1500 Menschen aus Niederkassel auspendeln. Für die Sozialdemokraten ist deswegen klar, dass es zwischen Lülsdorf und Langel nur eine Brücke für die Stadtbahn geben kann – natürlich kombiniert mit einem Rad- und Fußweg. Das Gespenst einer Autobahnbrücke, so Helmut Plum, verkehrspolitischer Sprecher der SPD, darf die Stadtbahnplanung nicht blockieren. Die Stadtbahn hat für uns erste Priorität.

Der Nutzen einer 4-spurigen Autobahnbrücke ist nach Auffassung der Genossen sehr fragwürdig, nachhaltig ist er schon gar nicht. Die zu erwartenden Belastungen für Mensch und Umwelt hingegen sind sehr real. Selbst wenn die höchsten Anforderungen an Umweltschutz und Anwohnerschutz hier erfüllt werden können, bleibt ein gravierender, irreparabler Eingriff in die Natur und in das Wohnumfeld der hier lebenden Menschen, für den es in unserer dicht besiedelten Landschaft keine ausreichenden Ausgleichsmaßnahmen geben wird. Eine Tunnelvariante für die Autobahn ist nach Auffassung der Sozialdemokraten keine Lösung, da sie die Probleme nur verlagert und wahrscheinlich noch mehr Landschaft beanspruchen wird.

Die Politik – da nehmen sich die Sozialdemokraten nicht aus – habe bisher immer das gemacht, was gefordert wurde: Straßen bauen. Die Politik muss dazulernen, dass dieses Autobahnprojekt Verkehrspolitik des vergangenen Jahrtausends ist. Noch vor 20 Jahren, so Reusch, mag es „vernünftig“ geklungen haben, als reflexartige Antwort auf mehr Verkehr den Bau von mehr Straßen zu fordern. Die Sozialdemokraten sind überzeugt, dass diese Zeit vorbei ist! Heute sind nachhaltige, vernetzte Verkehrs-Konzepte gefordert. Dafür, so Plum, treten wir als SPD Niederkassel ein und deshalb sind wir gegen das Projekt einer Autobahnbrücke im Bereich Porz – Niederkassel. Dadurch freiwerdende Gelder sollten in Busse und die Straßenbahn investiert werden.

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